Bei einem Motorenhersteller mit rund 1.500 Mitarbeitern stagniert seit einigen Jahren die Zahl der Arbeitsunfälle. Jedes Jahr erleiden mehrere Mitarbeiter kleinere oder mittelschwere Verletzungen durch Schnitte, Quetschungen sowie klassische Unfälle wie Stolpern, Rutschen und Stürzen. In Gesprächen mit den Mitarbeitern offenbart sich jedoch ein noch viel größeres Problem: Die meisten Mitarbeiter schildern, dass viele Kollegen in der Produktion nur sehr selten einen Arbeitsunfall melden. Beinaheunfälle werden erst recht nicht gemeldet, da der persönliche Mehrwert nicht gesehen wird. Beim Gang durch die Produktionshallen fällt schnell auf, dass die Pflasterbox im Pausenraum und nahe dem Shopfloorboard zu einem Drittel geleert ist. Die Führungskräfte in den jeweiligen Abteilungen erklären, dass zwar Pflaster entnommen werden, jedoch kaum Meldungen im virtuellen Verbandsbuch auftauchen.