Alle Jahre wieder
2025 ist seinen Vorgängerjahren erschreckend treu geblieben und rasend schnell vorbeigezogen. Wie konnte das passieren?!? Wahrscheinlich war auch bei Ihnen so viel los, dass die Zeit vor lauter Arbeit und Rennerei wie im Fluge vergangenen ist. Aber das heißt im Umkehrschluss: Wir waren in den letzten zwölf Monaten emsig und haben uns die Weihnachtspause plus die (hoffentlich) freien Tage zwischen den Jahren, an denen sich die Uhrzeiger gefühlt immer etwas langsamer Drehen, redlich verdient.
Viele feiern Weihnachten mit liebgewonnen Ritualen: Etwa mit einem geschmückten Baum, vielen Lichtern und reichlich Bling- Bling, mit selbstgebackenen Plätzchen und Lebkuchen, süffigem Glühwein, Eier- oder Kinderpunch und mit einem saftigen Festbraten mit Klößen oder klassisch Kartoffelsalat begleitet von Siedewürstchen.
Und dann gibt‘s natürlich weiteres Pflichtprogramm: Neben den Klassikern „Der kleine Lord“ und „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ flimmern auch die alljährlichen „Katastrophenfilme“ über den Bildschirm: Da kriegen sich unterm kargen Weihnachtsbaum Heinz, „Es Hilde“ und Stefan in die Haare. Bei Loriot‘s „Familie Hoppenstedt“ geht’s ebenfalls drunter und drüber bis eine bedrohliche Geschenkpapierlawine dem Fest sintflutartig ein Ende setzt. Außerdem gern gesehen: „Schöne Bescherung“. Wenn die chaotische Verwandtschaft anrückt und das von Clark Griswold perfekt geplante Fest in Schutt und Asche legt, bleibt kein Auge trocken. Wer dagegen nix mit Glöckchen, Kerzenschein und Lametta am Hut hat, zappt vielleicht beim griesgrämigen „Grinch“ rein oder schmunzelt über die Kleingaunereien von „Bad Santa“, grandios rotzig gespielt von Billy Bob Thornten.
Und nach dem Fest ist vor dem Fest. An Silvester gibt’s natürlich noch so ein Ritual: „Der 90. Geburtstag – Dinner for one“ – von den einen heiß geliebt („Same procedure as every year!“) von anderen geradezu leidenschaftlich gehasst („So ein langer Bart!“). Apropos 90. Geburtstag: Kleine Fußnote am Rande, Sie halten die 90. Ausgabe in den Händen, dich als Chefredakteur gestalten durfte … und (keine Angst) auch im kommenden Jahr werde.
So, letzte Kurve: Was der ganze Sermon rund um die TV-Highlights auch nur im weitesten Sinne mit Arbeitsschutz und Gesundheit zu tun hat? Achten Sie mal drauf: Riskant wacklig aufgestellte Christbäume, Rutschunfälle und Stürze auf Schnee und Eis, prekärer Alkoholkonsum beim Personal, ein wahrhaft bärige Stolperfalle und nicht zuletzt ein explodierendes Mini-Atomkraftwerk im Wohnzimmer. Noch Fragen?
In diesem Sinne wünsche ich augenzwinkernd ein frohes und friedliches Fest, ruhige und erholsame Tage und nicht zuletzt einen gesunden Start ins neue Jahr!
Moritz Matthes | Chefredaktion