Kreative, praxisnahe Ideen, die den Arbeitsschutz über die gesetzlichen Anforderungen hinaus verbessern – dafür hat die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) sechs Unternehmen mit dem diesjährigen Goldenen Sicherheitspreis beziehungsweise dem Goldenen Azubi-Sicherheitspreis geehrt. Bei der feierlichen Verleihung am 25. Juni in der BGHM-Hauptverwaltung in Mainz präsentierten die Gewinnerinnen und Gewinner ihre innovativen Arbeitsschutzlösungen:
- Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit verbessern Beschäftigte der Münchener Fahrzeug- und Maschinenfabrik F. X. Meiller haben eine Wendehilfe entwickelt, mit der sie eine 40-Kilo-Kugel sicher und ergonomisch drehen können – ohne sie direkt zu berühren und Quetschungen zu riskieren.
- Das Team von Rolls-Royce Power Systems aus Friedrichshafen stellt reale Unfallsituationen in humoristischen und bildstarken Cartoons dar und öffnet so die Tür für Gespräche, Reflexion und Veränderung im Sinne des Arbeitsschutzes.
- Und die APL Automobil-Prüftechnik aus Landau in der Pfalz hat ein innovatives Verfahren entwickelt, um die Batteriebefundung sicherer zu machen: Ein selbstfahrender Arbeitstisch überführt Batterien im Notfall schnell und automatisiert in einen feuerbeständigen Bereich – so werden Mitarbeitende vor der Brand- und Explosionsgefahr im Falle einer Havarie geschützt.
„Dieses Engagement macht einen echten Unterschied für die Menschen, die täglich in den Betrieben arbeiten“, lobte Christian Heck, Hauptgeschäftsführer der BGHM. Die drei Gewinner-Projekte seien daher herausragende Beispiele für gelebte Präventionskultur in den Branchen Holz und Metall. „Der Goldene Sicherheitspreis der BGHM ist mehr als eine Auszeichnung – er ist ein Zeichen der Anerkennung für alle, die beständig dazu beitragen, dass Arbeit sicherer wird.“
Goldener Azubi-Sicherheitspreise: KI für den Arbeitsschutz
Wie der Arbeitsschutz zukunftsfähig wird, zeigte derweil der Nachwuchs: Den Goldenen Azubi-Sicherheitspreis hat die BGHM an drei Azubi-Teams verliehen, die sich mit dem für Auszubildende vorgegebenen Thema „KI für den Arbeitsschutz“ auseinandergesetzt hatten:
- Das Projekt eines Auszubildenden beim Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer am Standort Radebeul verhindert unvorsichtiges Verhalten im Umgang mit Gefahrstoffen: Eine KI-gestützte Ampel gibt die Maschine erst dann frei, wenn sie erkannt hat, dass Beschäftigte die nötige Persönliche Schutzausrüstung (PSA) tragen.
- Zwei Azubis bei der Ledtermann, einem Metallbaubetrieb im südpfälzischen Höhfröschen, haben bestehende Unterweisungsvideos weiterentwickelt, um Arbeitsschutzfilme mit geringem Aufwand und hohem Praxisnutzen bei Bedarf schnell zu aktualisieren oder in andere
Sprachen auszugeben – mithilfe eines KI-Avatars. - Und vier Auszubildende beim Pumpenhersteller WILO SE in Dortmund werden für eine KI-Anwendung ausgezeichnet, die Arbeitsschutzinformationen verständlich und jederzeit zugänglich macht. Der „SafetyHub“ unterstützt dabei, potenzielle Gefahren frühzeitig zu erkennen, geeignete PSA vorzuschlagen und an wichtige sicherheitsrelevante Maßnahmen zu erinnern.
Ein Moment, der alles verändert
Wie wichtig Prävention ist, zeigte eine Talkrunde im Rahmen der Preisverleihung: Fritz Ruchti schilderte seine bewegende Geschichte: Seit einem Arbeitsunfall ist der gelernte Bauschlosser von der Schulter abwärts gelähmt. Durch die Unterstützung seiner Frau, Familie und der BGHM kann er heute wieder ein selbstbestimmtes Leben führen. Reha-Manager Günther Ostermeier hat ihn während des gesamten Prozesses begleitet und beschrieb bei der Talkrunde die einzelnen Maßnahmen und den engen Kontakt, den er in diesem Beruf mit schwer verletzten Versicherten wie Ruchti aufbaut.
(Quelle: BGHM)